Loading...
Jobcenter

Jobcenter kündigt todkranker Frau die Krankenversicherung

Fotos: Private Screenshots von Iris Malter

Das Facebook-Posting von Iris Malter in der Facebook-Gruppe „Unna hilft Unna“ beginnt mit dem Satz: „Mir platzt der Kragen.“ Das ist nichts neues und kommt öfter vor, wenn man sich durch die diversen Facebook-Gruppen klickt. Doch diese Geschichte ist irgendwie anders.

Iris Malter erzählt in ihrem Posting, dass sie nicht mehr krankenversichert ist. Für eine hochgradig kranke Frau kommt das schon fast einem Todesurteil gleich. Ein Rezept unter anderem über starke Medikamente konnte am Montag in der Apotheke nicht eingelöst werden, weil der Versicherungsschutz erloschen war. Schuld daran: Das Jobcenter. Denn entsprechende Anträge sind wohl nicht bearbeitet worden, trotz fristgerechter Einreichung.

Alles begann mit mysteriösen Bauchschmerzen und Übelkeit, die der Dozentin zusetzten. Da die Ärzte zunächst keinen Rat wussten, vermutete sie selbst eine psychische Erkrankung. Die Beschwerden wurden jedoch so akut, dass die Frau irgendwann nicht mehr essen konnte. Nach einer erneuten Untersuchung stellten die Mediziner bei ihr mehrere Löcher im Darm fest und entfernten einen Teil des Verdauungstrakts. Nach der OP befindet sich Walter inzwischen wieder zuhause. Doch über die Ursache ihrer Probleme herrscht immer noch Unklarheit, schreibt das Portal Unna24.de.

Die Mutter einer fünf Jahre alten Tochter braucht jetzt dringend Ruhe und medikamentöse Versorgung, stattdessen wurde sie vom Jobcenter abgestraft.

Deshalb wandte sie sich direkt an die Mitlieder der Facebook-Gruppe „Unna hilf Unna“ und ließ ordentlich Dampf ab: „Mir platzt der Kragen. Das Jobcenter Unna hat es wieder geschafft. Dank einer tollen Bearbeitung meines Hauptantrages für meine Familie besteht nun seit dem 25.03.2018 kein Versicherungsschutz mehr. Dies ist jedoch in sofern gravierend, weil ich derzeit auf eine künstliche Ernährung angewiesen bin, Medikamente benötige sowie Pflegedienst. Zudem kommen Krankentransporte, da ich da ausschließlich in Münster behandelt werden kann. Heute wurde nun erstmals Rezepte nicht eingelöst, weil kein Versicherungsschutz besteht. Auch weitere Rezepte werden nicht eingelöst, weil durch den fehlenden Bescheid die Krankenkasse keine Rechnungen zahlt. Sprich Leistungen werden eingestellt und die medizinische Versorgung ist nicht mehr gegeben.

Nachdem der Post am 9. April um 21.48 Uhr veröffentlicht wurde, rollt eine breite Welle der Solidarität über Iris Malter. Viele geben ihr Tipps, bieten Hilfe an. Und die Nachricht spricht sich rum bis zum Jobcenter. Denn schon um sieben Uhr am Dienstag (10. April) bekommt Iris Malter eine E-Mail vom Jobcenter. Am Vormittag entschuldigt sich dann auch der Geschäftsführer bei der todkranken Frau, berichtet das Portal Unna 24. „Wir haben heute davon gehört und direkt die verantwortlichen Kollegen gebeten, den Fall zu prüfen“, sagt Jobcenter-Pressesprecherin Antonia Mega. Iris Malter hingegen ist einfach nur glücklich, dass die Katastrophe vorerst abgewendet ist. „Was das betrifft, funktioniert Facebook doch sehr gut“, sagt sie.

Facebook-Nutzer sprachen ihr Mut zu und teilten ihren Aufruf

Viele Facebook-Nutzer konnten mit der in Unna lebenden Frau mitfühlen, sprachen ihr Mut zu und teilten ihren Aufruf. Durch diesen viralen Effekt wurde auch das Jobcenter innerhalb kürzester Zeit auf den Fall aufmerksam. Eigentlich eher untypisch für die Jobcenter in Deutschland.

Trotz allem ist unklar, ob die Unnaerin je wieder gesund wird. Sie soll inzwischen nur noch 33 Kilogramm wiegen, im Rollstuhl sitzen und Nahrung über eine künstliche Sonde erhalten. Mut macht ihr, dass sie über Facebook bereits eine Patenoma für Töchterchen Leonie gefunden hat. Außerdem kann sie sich auf die Unterstützung ihres Mannes verlassen, der Iris Walter liebevoll pflegt.

Obwohl die Mutter fühlt, dass sie bald sterben kann, hat sie sich noch Ziele gesetzt. So möchte sie gern mit ihrer Tochter an die Nordsee fahren und in jedem Fall zusammen mit Leonie den 6. Geburtstag des Kindes feiern. „Ich will das strahlende Kind sehen, das ist nämlich leider selten geworden„, teilte die 34-Jährige entschlossen mit.

2 Kommentare
    1. Webmaster abgestempelt.com

      Hallo Frank,
      Wir haben dir bereits auf deine Anfrage via Messenger geantwortet. Alles weitere bitte dort.
      Schönen Abend noch,
      Dein Team von abgestempelt.com – Gegen Behördenwillkür beim Hartz IV

Kommentar verfassen

Emphohlene Beiträge
Familie
Rettungsdienst
Kinderarmut

Diese Seite verwendet sogenannte Cookies. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen