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Soziales

Hartz IV und Grundsicherung neu ausrichten – nur wie?

Thema: Strukturelle Mängel von Hartz IV

Die BA meldet jeden Monat Rekorde beim Abbau der Arbeitslosigkeit – die Beschäftigung steigt, die Arbeitslosigkeit sinkt, alles wie gewohnt. So ist die Zahl der Arbeitslosen im März 2018 unter die Marke von 2,5 Mio. gefallen und damit auf den niedrigsten Stand in einem März seit der Wiedervereinigung. In diesem Monat wurden 2,458 Mio. Arbeitslose bei der Behörde registriert. Das waren 88.000 weniger als im Februar und 204.000 weniger als vor einem Jahr. „Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich auch im März fort„, erklärte Detlef Scheele, Chef der BA. Die Arbeitslosenquote sank um 0,2 Prozentpunkte auf 5,5%.

Auch die Unterbeschäftigung, die zusätzlich Personen in entlastenden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und in kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, ist saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 22.000 gesunken. Insgesamt belief sich die Unterbeschäftigung im März 2018 auf 3.441.000 Personen. Das waren 232.000 oder 6,3% weniger als vor einem Jahr. Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sind weiter angestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hat sich die Zahl der Erwerbstätigen im Februar saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 45.000 erhöht. Mit 44,32 Millionen Personen fiel sie im Vergleich zum Vorjahr um 618.000 höher aus. Der Anstieg beruht allein auf dem Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung.

Diese hat nach der Hochrechnung der BA von Dezember auf Januar saisonbereinigt um 89.000 zugenommen. Insgesamt waren im Januar nach hochgerechneten Angaben 32,47 Mio. Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 762.000 mehr als ein Jahr zuvor. Dabei dominiert allerdings die sozialversicherungspflichtige Teilzeitarbeit.

 

Anders ausgedrückt: Bei gleichbleibendem gesellschaftlichen Arbeitsvolumen gewinnen atypische Beschäftigungsverhältnisse an Gewicht. Es müssen sich mehrere Menschen die realexistierende Arbeit teilen.

Thema: Langzeitarbeitslosigkeit

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen stagnierte 2011 bis 2015 auf hohem Niveau um die Millionenmarke, seitdem gab es einen spürbaren Rückgang. Im März 2018 waren insgesamt 845.000 Menschen als langzeitarbeitslos gemeldet, und damit 84.000 oder 9,0% weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging damit relativ gesehen sogar stärker zurück als die Zahl der Arbeitslosen insgesamt (minus 7,7%) im selben Zeitraum. Auch der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen lag mit 34,4% unter dem Wert des Vorjahres mit 34,9%.

Die Zahl der von Langzeitarbeitslosigkeit betroffenen BürgerInnen ist allerdings vor allem deshalb gesunken, weil weniger Arbeitslose so lange ohne Arbeit bleiben, dass sie die 12-Monats-Grenze überschreiten und zu Langzeitarbeitslosen werden. So wurden im zuletzt von der BA untersuchten 12-Monatszeitraum (Juli 2016 bis Juni 2017) „nur“ 655.000 vormals Kurzzeitarbeitslose zu Langzeitarbeitslosen. Im Jahr 2015 gab es noch 736.000 solcher Neu-Eintritte in die Langzeitarbeitslosigkeit.

Laut BA ist dieser Rückgang der Zugänge vor allem die Folge einer verstärkten Förderung von Arbeitslosen, bevor sie langzeitarbeitslos werden. So nahmen im Zeitraum Juli 2016 bis Juni 2017 insgesamt 290.000 Kurzzeitarbeitslose mehr an Fördermaßnahmen teil als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Die rückläufigen Übertritte in Langzeitarbeitslosigkeit führen zusammen mit den „natürlichen Abgängen“ aus der Langzeitarbeitslosigkeit (z.B. Wechsel in die Altersrente) zu einem sinkenden Bestand an Langzeitarbeitslosen.

Die rückläufige Zahl der Langzeitarbeitslosen bedeutet allerdings keineswegs, dass sich ihre Chancen, eine Lohnarbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, verbessert hätten. Genau das Gegenteil ist der Fall: Fanden 2014 noch 199.000 Langzeitarbeitslose eine Beschäftigung am ersten Arbeitsmarkt oder wurden selbstständig, waren es zuletzt nur noch 178.000. Die Chancen, als Langzeitarbeitsloser eine Erwerbstätigkeit aufnehmen zu können, sind extrem gering und gleichbleibend schlecht. Die „Abgangsrate in Beschäftigung am 1. Arbeitsmarkt und Selbständigkeit“ stagniert seit 2015 bei nur 1,6%. Mit anderen Worten: Von je 1.000 Langzeitarbeitslosen können im Folgemonat nur 16 eine Erwerbstätigkeit aufnehmen und dadurch ihre Arbeitslosigkeit beenden. Zum Vergleich: Von je 1.000 Kurzzeitarbeitslosen können immerhin im Folgemonat 102 Personen in den ersten Arbeitsmarkt wechseln.

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